Spezialist für Anforderungsanalyse | Dozent am High Tech Institute | Gründer von BA Coach | Co-Vorsitzender der INCOSE-Arbeitsgruppe „Anforderungen“
Katarzyna Kot, M.Sc., ist eine in Polen geborene und in den Niederlanden ansässige Spezialistin für Anforderungsanalyse mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung, die sie bei Philips, NXP Semiconductors sowie im Rahmen von Beratungsaufträgen für BAE Aerospace, die Europäische Weltraumorganisation und große niederländische Finanzinstitute gesammelt hat. Sie ist Gründerin von BA Coach, einem Beratungsunternehmen für Anforderungsanalyse und Geschäftsanalyse, sowie Dozentin am High Tech Institute in Eindhoven, wo sie den Kurs „Praktisches Verfassen von Anforderungen“ unterrichtet. Seit 2024 ist sie Co-Vorsitzende der INCOSE-Arbeitsgruppe „Requirements“, dem internationalen Gremium, das für die Entwicklung praktischer Leitlinien zur Anforderungsarbeit in der gesamten Systemtechnik-Community zuständig ist.
Katarzyna kam 1998 aus Polen in die Niederlande, um bei Philips ASA Labs in Eindhoven zu arbeiten. Was sie zum Requirements Engineering hinführte, war die Erkenntnis, die sie bereits zu Beginn ihrer Karriere gewann: Was geschieht in der Phase, bevor Ingenieure mit dem Programmieren, Entwerfen oder Bauen beginnen? Das Schreiben von Code, das Entwerfen von Software und das Testen von Produkten hängen allesamt von etwas Vorhergehendem ab: der genauen Kenntnis dessen, was das System leisten muss, für wen, unter welchen Bedingungen und nach welchem Standard. Sie verbrachte zwölf Jahre bei Philips und NXP Semiconductors, um diese Überzeugung zu einer Spezialisierung auszubauen, und übertrug diese anschließend auf ihre Beratungstätigkeit für Kunden aus den Bereichen Halbleiterausrüstung, Luft- und Raumfahrt, Weltrauminstrumentierung sowie Finanzdienstleistungen. Sie trug maßgeblich zum Aufbau und zur Weiterentwicklung der Requirements-Engineering-Kompetenz bei ASML bei.
Das zentrale Problem, mit dem sich Katarzyna in ihrer Lehrtätigkeit befasst, ist eines, auf das jeder Ingenieur in einem interdisziplinären Entwicklungsprojekt früher oder später stößt: Anforderungen, die zwar technisch vorhanden, in der Praxis jedoch nutzlos sind. Begriffe wie „robust“, „benutzerfreundlich“ und „portabel“ tauchen branchenweit in Spezifikationen auf. Keiner davon lässt sich testen. Keines dieser Wörter hindert einen Lieferanten daran, etwas zu liefern, das zwar dem Wortlaut der Anforderung entspricht, deren eigentliche Absicht jedoch völlig verfehlt. In ihren Schulungen lehrt sie Ingenieure, diese Begriffe durch messbare, überprüfbare Attribute zu ersetzen: nicht „das System soll zuverlässig sein“, sondern eine Aussage, die genau festlegt, welche Ausfallrate unter welchen Bedingungen und innerhalb welchen Zeitrahmens akzeptabel ist. Eine gute Anforderung ist nach ihrer Definition ein Artefakt, das so präzise dokumentiert ist, dass der Auftragnehmer genau das liefern kann, was der Kunde erwartet, ohne dass es auf beiden Seiten zu Überraschungen kommt.
Ihr Kurs basiert auf dem „INCOSE Guide to Writing Requirements“, der maßgeblichen Referenz in diesem Bereich, und behandelt die neun Merkmale einer guten Einzelanforderung sowie die sechs Merkmale eines guten Anforderungssatzes. Er vermittelt den „Easy Approach to Requirements Syntax“ (EARS), eine strukturierte Muster-Sprache zum Verfassen von Anforderungen, die Mehrdeutigkeiten auf der Ebene des Satzbaus beseitigt, und wendet diese Syntax sowohl auf Spezifikationen auf Systemebene als auch auf Softwareebene an. Ein kürzlich hinzugefügter Teil befasst sich mit dem verantwortungsvollen Einsatz von KI-Tools wie QVscribe, ChatGPT und GitHub Copilot als Assistenten bei der Anforderungserstellung, wobei klar differenziert wird, wo KI hilft und wo sie an ihre Grenzen stößt: KI kann analysieren, Unstimmigkeiten kennzeichnen und Formulierungsvorschläge unterbreiten, versteht jedoch den Kontext nicht und kann das Urteilsvermögen eines Ingenieurs darüber, was das System tatsächlich leisten muss, nicht ersetzen. Nach Abschluss des zweitägigen Kurses sind die Teilnehmer in der Lage, Anforderungen zu verfassen, die testbar und so strukturiert sind, dass sie über den gesamten Lebenszyklus des System-Engineering hinweg wiederverwendet werden können.
Über ihre Lehrtätigkeit am HTI hinaus ist Katarzyna seit Langem eine feste Größe in der niederländischen und internationalen Community für Anforderungsmanagement und Geschäftsanalyse. Im Jahr 2010 war sie Mitbegründerin des niederländischen Ortsverbands des IIBA (International Institute of Business Analysis) und gehörte dessen Vorstand an. Im Jahr 2012 leitete sie gemeinsam mit IBM Niederlande das Forschungsprojekt „Devoteam RE Compass“ und erstellte damit die erste strukturierte Studie zur Reife der Anforderungsentwicklung in niederländischen Organisationen. Mit ihrer Ernennung zur Co-Vorsitzenden der INCOSE-Arbeitsgruppe „Requirements“ im Jahr 2024 gehört sie nun zu dem kleinen Kreis von Fachleuten, die maßgeblich daran mitwirken, wie Requirements Engineering international definiert, gelehrt und praktiziert wird.
Am High Tech Institute unterrichtet Katarzyna Kot:
- Praktische Anforderungenerstellung – ein zweitägiger praxisorientierter Workshop auf der Grundlage des INCOSE-Leitfadens zum Verfassen von Anforderungen, der die neun Merkmale guter Anforderungen, den „Easy Approach to Requirements Syntax“ (EARS), Anforderungsmuster, die Strukturierung von Anforderungen zur Wiederverwendung sowie den verantwortungsvollen Einsatz von KI als Anforderungswerkzeug behandelt.
Was ihre Lehrtätigkeit auszeichnet, ist die Kombination aus mehr als zwanzig Jahren praktischer Erfahrung im Bereich des Anforderungsmanagements in verschiedenen Branchen mit einem Lehrplan, der auf dem aktuellen INCOSE-Standard basiert, sowie einer konkreten, messbaren Definition dessen, wie eine gute Anforderung tatsächlich auf dem Papier aussieht.
Katarzyna Kot, M.Sc., ist Gründerin von BA Coach und Dozentin am High Tech Institute in Eindhoven, Niederlande. Sie ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in den Bereichen Anforderungsanalyse und Geschäftsanalyse tätig. Seit 2024 ist sie Co-Vorsitzende der INCOSE-Arbeitsgruppe für Anforderungen.