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Die Ursprünge des High Tech Institute
Seit 2011 sind die technischen Trainingskurse des Philips Center for Technical Training (CTT) Teil des High Tech Institute. Die Geschichte des Schulungsinstituts geht auf das Jahr 1990 zurück, als das Philips CTT kurz nach einer großen Umstrukturierung bei Philips, bekannt als Operation Centurion, gegründet wurde. Das Schulungsinstitut wurde gegründet, um die Forschung und Entwicklung von Philips in der ganzen Welt zu stärken.
Organisch wurden die Schulungen im renommierten Philips Physics Laboratory (Natlab) untergebracht, das später als Philips Research bekannt wurde. Jahrzehntelang haben die Forscher des Natlab und das Zentrum für Fertigungstechnologie (Center for Industrial Technology, CFT) die Schulungskurse für Philips CTT entwickelt. Die wichtigsten Kunden waren die globalen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen innerhalb der Produktbereiche von Philips.
Das Hauptziel des Schulungsinstituts war es, die Mitarbeiter in der Produktentwicklung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, aber auch Soft Skills zu vermitteln. Spitzenforscher und -ingenieure des Natlab und der CFT – die stets an den neuesten technischen Möglichkeiten und Erkenntnissen arbeiten – gaben so ihr Wissen direkt an die Produktentwickler weiter.
Viele der Lehrer waren Mitarbeiter von Natlab, und auch das Philips Center for Industrial Technology (CFT) trug mit Ausbildern bei. Schon bald stellten die Produktabteilungen nach und nach immer mehr Lehrer ab, was zu einer starken Praxisorientierung beitrug.
Im Laufe der Jahre haben die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen anderer Technologieunternehmen das einzigartige Portfolio an Schulungskursen zu schätzen gelernt. CTT erhielt mehr und mehr Anfragen von Nicht-Philips-Parteien, seine Kurse zu öffnen. Philips stimmte zögernd zu, legte aber zwei Einschränkungen fest: Externe Kunden zahlten höhere Kursgebühren und der Zugang war auf Trainingskurse ohne vertrauliches Philips-Wissen beschränkt.
Die Zahl der externen Kunden nahm zu, zum Teil weil mehrere Philips Einheiten ausgegliedert wurden. Schließlich wurden Kurse mit vertraulichen Philips-Informationen nach und nach umgewandelt, und die vollständige Liste der Schulungen wurde dem Markt durch offene Registrierung zugänglich gemacht. Die Aufhebung dieser Vertraulichkeit hat sich als wichtige Voraussetzung für die wichtige Rolle erwiesen, die sowohl das CTT als auch jetzt das High Tech Institute für das gesamte High-Tech-Ökosystem zu spielen begonnen haben.
In den Spitzenjahren verfügte Philips CTT über ein Portfolio von fast hundert spezialisierten Trainingskursen in den Bereichen IC-Technologie, Mechanik, Mechatronik, Optik, Systeme, Software, Innovation und Soft Skills. In der Boomzeit der neunziger Jahre erzielte die Aktivität einen Umsatz von mehr als 8 Millionen Gulden (kaufkraftbereinigt sind das heute mehr als 5 Millionen Euro) und vier- bis fünftausend Menschen nahmen jedes Jahr an CTT-Schulungen teil.
In den späten neunziger Jahren begann Philips, immer mehr Aktivitäten zu veräußern. Infolgedessen verlagerte sich der Kundenstamm von Philips CTT auf externe Parteien, Tochtergesellschaften und Spin-offs. Eine wichtige Auswirkung war die Ausgliederung von Philips Semiconductors (jetzt NXP), auf die in manchen Jahren mehr als die Hälfte aller Schulungen bei CTT entfielen.
Ein weiteres Beispiel ist das von ASML. Im Jahr 2004 verkaufte Philips seine letzten verbliebenen Anteile an dem Lithografieunternehmen. Bis 2006 machte Philips Semiconductors als NXP unabhängig weiter und plötzlich kam die überwältigende Mehrheit der Philips CTT-Kunden von außerhalb des multinationalen Konzerns. Infolgedessen setzte die Muttergesellschaft zunehmend die Frage auf die Tagesordnung: Was machen wir mit unseren technischen Trainingskursen? Die naheliegende Antwort war, diese nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivität abzuspalten.
Die Krise von 2008 beschleunigte diesen Prozess. Im Jahr 2011 wurden die CTT-Schulungen schließlich ausgegliedert. Dieser Schritt war auch durch den Wunsch motiviert, ein unabhängiges Schulungsinstitut für die niederländische Hightech-Industrie zu erhalten. Deshalb äußerte Philips bei der Ausgliederung seiner technischen Kursaktivitäten ausdrücklich den Wunsch, dieses Wissen für das Ökosystem zu bewahren. Aus diesen Gründen entschied sich der frühere Eigentümer dafür, sein Portfolio bei Spezialisten unterzubringen, die den Schulungen Kontinuität verleihen können. Sie sind für die Pflege der technischen Schulungen verantwortlich, die nun im High Tech Institute untergebracht sind.
