Veröffentlicht am: 18 Dezember 2020
Experte:
Jaco Friedrich MSc
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Im März kam es wie ein Schock: zu Hause sitzen und zu Hause arbeiten. Was haben wir in der vergangenen Zeit darüber gelernt, was funktioniert und was nicht? Und was können Sie daraus für die Zukunft lernen?

Die Vor- und Nachteile der Arbeit aus der Ferne scheinen eng miteinander verbunden zu sein und werden weitgehend von der Situation bestimmt. Die Art der Arbeit, die gegenseitige Beziehung zwischen denjenigen, die zusammenarbeiten, und die Persönlichkeit des einzelnen Arbeitnehmers sind ausschlaggebende Faktoren dafür, ob Online gut oder gar nicht funktioniert. Was halten Sie davon?

Während der Corona-Krise wurde schnell klar, dass mit Fernarbeit viel mehr möglich ist, als wir dachten. Es hat natürlich geholfen, dass die Online-Tools viel stabiler und fortschrittlicher sind als noch vor Jahren. Es ist mehr möglich. Wenn Sie von zu Hause aus arbeiten, vermeiden Sie auch den lästigen und zeitraubenden Stau. Und wenn Sie zu Hause ruhige Verhältnisse haben, kann das dazu beitragen, dass Sie konzentriert arbeiten. Für manche kann es also sogar die Produktivität steigern. Viele haben auch die Erfahrung gemacht, dass dies nicht auf jeden zutrifft. Wenn es zu Hause unruhig ist oder die Wände hochgehen und Sie echte Menschen um sich herum brauchen, können ein paar Tage im Büro ein Segen sein. Vorläufig gehen wir davon aus, dass es auch nach der Pandemie eine Kombination aus Arbeit im Büro und zu Hause bleiben wird. Hoffentlich bleibt es für jeden möglich, sein eigenes optimales Gleichgewicht zu finden.

Trainer Kommunikation und Führung
Jaco Friedrich ist der kompetente Inhaber der Soft Skills & Leadership-Trainings.

Nonverbale Kommunikation

Wann sind Online-Konferenzgespräche weniger effektiv? Drei Faktoren bestimmen dies. Erstens: Wenn die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern unter Druck steht und ein Konflikt lauert (oder bereits lauert), funktioniert online weniger gut. Schließlich entgeht Ihnen ein Teil der nonverbalen Kommunikation und daher ist es viel schwieriger zu ’spüren‘, wie es jemandem geht. Vor allem, wenn Sie sich in einer Videokonferenz mit mehreren Personen befinden. Sie sind schnell zu direkt oder nicht deutlich genug, weil Sie nicht sehen, wie jemand auf Ihre Botschaft reagiert. Es ist weniger einfach, Anpassungen vorzunehmen. Das erhöht das Risiko, sich gegenseitig zu verlieren.

Dies spielt auch in Situationen eine Rolle, in denen Sie die Arbeit des anderen kritisch beurteilen müssen, z.B. bei einer wichtigen Besprechung oder Entscheidungsbesprechung. Es ist wahrscheinlicher, dass Sie in eine Diskussion geraten oder dass jemand den Anschluss verliert und aussteigt. Es besteht die Gefahr, dass sich die Qualität der Beurteilungen dadurch verschlechtert.

Zweitens ist es bei Telefonkonferenzen schwieriger, schnell aufeinander zu reagieren, ohne durcheinander zu reden. Die Verbindung zueinander ist online weniger reibungslos. Für kreative Sitzungen ist es daher meist besser, sich physisch zu treffen.

Der dritte Faktor bei Telefonkonferenzen ist, ob sich die Teilnehmer bereits kennen. Wenn das der Fall ist, die Beziehung gut ist und gegenseitiges Vertrauen besteht, dann wird auch die Online-Arbeit viel besser funktionieren. Wenn dieses Vertrauen noch nicht vorhanden ist und die Teilnehmer sich noch nicht kennen, wird die Gruppenbildung langsamer als normal verlaufen. Ein weiterer Faktor ist, dass Sie mehr oder weniger zufällige Begegnungen verpassen. Momente, in denen Sie ‚bei jemandem vorbeischauen‘, bei anderen mithören, etwas abstimmen oder sich informell unterhalten. Der Teil der Informationen, den Sie normalerweise auf diese beiläufige Weise im Laufe des Tages aufnehmen, geht völlig verloren.

Kamera und Mikrofon eingeschaltet

Was bedeutet das? Wahrscheinlich wird es das Arbeiten aus der Ferne auch in Zukunft geben. Die Frage ist also, wie Sie das Beste daraus machen und die Fallstricke vermeiden. Hier sind ein paar praktische Regeln. Um möglichst wenig Nonverbales zu verpassen, empfehle ich Ihnen, als Ausgangspunkt immer die Kameras einzuschalten. Auf diese Weise sind Sie für die anderen sichtbar und die anderen für Sie. Dies gilt für alle Teilnehmer des Meetings. Möglicherweise gibt es dadurch Bandbreitenprobleme. Schalten Sie Ihre Kamera jedoch nicht vorsichtshalber aus. Schalten Sie sie ein; Sie können sie jederzeit wieder ausschalten.

Ein weiterer Grundsatz ist, dass Sie Ihr Mikrofon nicht stummschalten, wenn Sie nicht sprechen. Das Ein- und Ausschalten ist eine Schwelle – und sei sie noch so klein -, um schnell aufeinander reagieren zu können. Daher der Rat: Lassen Sie es eingeschaltet. Es sei denn, Ihr Hund bellt oder der Nachbar bohrt.

Um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, kann es sinnvoll sein, jeden Morgen mit einem ‚Stand-up‘ zu beginnen. Jeder erzählt Ihnen kurz, wie es läuft und was er oder sie an diesem Tag vorhat. Auf diese Weise erfahren Sie, wie es den anderen geht, wer Hilfe braucht oder wo Sie vielleicht mitdenken können. Außerdem schaffen Sie so einen Moment, in dem Sie Ihren Arbeitstag mit einem klaren Fokus beginnen. Das wiederum trägt dazu bei, dass Ihre Motivation nicht nachlässt. Wenn Sie kein Team haben, könnte ein Accountability Buddy die Lösung sein. Im Klartext: jemand, mit dem Sie jeden Morgen durch den Tag gehen und der Sie auf Trab hält („Haben Sie das gestern fertig gemacht?“, „Haben Sie schon um Hilfe gebeten oder verschieben Sie das auf morgen?“).

Darüber hinaus gilt für alle: Schaffen Sie jeden Tag körperliche Aktivität, sorgen Sie für soziale Kontakte, halten Sie sich eine Weile an der frischen Luft auf, machen Sie jede Stunde eine kurze Pause und stellen Sie Ihren Computer außer Sichtweite, wenn Sie mit der Arbeit fertig sind. Eigentlich sind dies ohnehin gute Routinen, so dass Sie diese Zeit nutzen können, um sich einige gute Gewohnheiten anzutrainieren.

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